Muss ich eine Weihnachtsgratifikation zahlen?

Viele Arbeitnehmer erwarten sehnsüchtig ihre Weihnachtsgratifikation oder ihr dreizehntes Monatsgehalt. Aber die Zahlung dieser Prämie ist keine gesetzliche Pflicht für den Arbeitgeber. Sie hängt von der geltenden Regelung in der Branche oder im Unternehmen ab.

Existenz des 13. Monatsgehalts

Jedes belgische Unternehmen in der Privatwirtschaft gehört einem paritätischen Ausschuss an. Der Geschäftsbereich des Unternehmens bestimmt, welchem Ausschuss er angehört. Z. B. fallen alle Angestellten aus den Bereichen Baugewerbe, Consulting, Großhandel, Druckereien, Callcenters, EDV ... zur nationalen paritätischen Zusatzkommission für Angestellte (PK 200). Der paritätische Ausschuss hat die Aufgabe, Manteltarifverträge bzw. kollektive Arbeitsankommen (KAA) abzuschließen. Weil die Gewährung einer Weihnachtsgratifikation nicht gesetzlich verpflichtet ist, kann der Anspruch auf die Weihnachtsgratifikation oder den dreizehnten Monat in einem KAA aufgenommen werden.

Wenn auf Branchenebene diesbezüglich nichts geregelt worden ist, kann die Weihnachtsgratifikation ihre Existenzberechtigung in einem kollektiven Arbeitsvertrag auf Unternehmensebene, im Arbeitsvertrag, in der Arbeitsordnung oder in einer Anwendung finden. Diese Anwendung muss dann dauerhaft (in einem ausreichend langen Zeitraum), fest (immer nach derselben Berechnungsweise) und allgemein (nach denselben Regeln für alle Mitarbeiter in derselben Situation) sein.

Finanzielle Folgen

Der Betrag der Weihnachtsgratifikation entspricht meistens dem Betrag eines 13. Monatsgehalts auf der Grundlage des Durchschnittslohns des vergangenen Jahres. Es kann auch ein fester Betrag, der mit der Anzahl der tatsächlich geleisteten Stunden im vergangenen Jahr multipliziert wird, oder ein fester Pauschalbetrag sein.
Teilzeitkräfte haben ebenfalls einen Anspruch auf eine Weihnachtsgratifikation im Verhältnis zur Dauer ihrer Arbeitsleistungen.

Weil die Gewährung von Weihnachtsgratifikationen vor allem branchenweise geregelt wird, kann die Zahlung der Prämie vom Dienstalter oder von der Betriebszugehörigkeit abhängig sein. Die Bedingungen sowie der Betrag und/oder die Berechnungsweise der Prämie sind nicht unbedingt für alle Bereiche gleich.
Eine Weihnachtsgratifikation wird im Prinzip nur auf der Grundlage der Anzahl der geleisteten Arbeitstage während des vergangenen Kalenderjahrs berechnet. Eine Anzahl von Fehltagen (wie Feiertage, Überstundenabbau, Urlaub aus dringenden Gründen, Vaterschaftsurlaub, Adoptionsurlaub, gesetzliche Urlaubstage) wird mit geleisteten Tagen gleichgesetzt. Bei der Auflösung des Arbeitsvertrags vor dem Ende des Jahres wird die Weihnachtsgratifikation proportional vom gearbeiteten Zeitraum im entsprechenden Jahr berechnet.

Im Prinzip wird die Weihnachtsgratifikation am Ende des Jahres gezahlt. Wenn Ihr Arbeitnehmer im Laufe des Jahres ausscheidet, wird der fällige proportionale Betrag jedoch häufig sofort ausbezahlt. Wenn Ihr Arbeitnehmer den Arbeitsvertrag kündigt oder auflöst, ist in den meisten Fällen vorgesehen, dass die Arbeitnehmer ihren Anspruch auf die Weihnachtsgratifikation verlieren.

Juristische Folgen

Die Weihnachtsgratifikation ist ein Teil des Gehalts.
Genau wie bei den normalen Bezügen werden von der Weihnachtsgratifikation drei Beträge einbehalten: Steuern (Einkommenssteuervorauszahlung), Sozialversicherungsbeiträge und der Sonderbeitrag zur sozialen Sicherheit (Solidaritätsbeitrag).
Der Betrag der Weihnachtsgratifikation wird auch im Fall einer Abfindung berechnet. Und die Prämie kann ebenso wie der Lohn gepfändet und übertragen werden.

Buchhalterische Folgen

Unternehmen mit einem Geschäftsjahr, das an einem anderen Tag als dem 31. Dezember abgeschlossen wird, müssen beim Abschluss des Geschäftsjahres eine Rücklage für die Weihnachtsgratifikation anlegen, die am Ende des Kalenderjahres gezahlt wird.
Die Beträge, die beim Abschluss der Bilanz im Hinblick auf die spätere Zahlung der Weihnachtsgratifikationen gebucht werden, bilden absetzbare Werbungskosten, wenn die Prämien vertraglich zugeteilt werden und der Betrag für jeden Begünstigten bestimmt ist.