Wann sind im Voraus bezahlte Ausgaben absetzbar?

Im Prinzip sind Ausgaben in dem Jahr absetzbar, in dem sie anfallen oder getragen werden. Durch die Reform der Körperschaftssteuer ändert sich das für die Ausgaben, die sich eigentlich auf ein anderes Geschäftsjahr beziehen.

Das buchhalterische Matching Principle

Das Matching Principle ist ein wichtiger Bilanzierungsgrundsatz. Es beinhaltet, dass Ausgaben dem Jahr zugeordnet werden, auf das sie sich beziehen. Im Steuerrecht wurde davon bisher abgewichen: Steuerlich sind Ausgaben in dem Jahr absetzbar, in dem sie angefallen sind. Das ist nicht immer derselbe Steuerzeitraum: Angenommen, ein Unternehmen hat im Jahr 2018 eine Anzahlung für Arbeiten getätigt, die am Betriebsgebäude im Jahr 2019 durchgeführt werden sollen - die Ausgaben wurden dann im Jahr 2018 (Veranlagungsjahr 2019) getragen, aber beziehen sich auf das Jahr 2019 (Veranlagungsjahr 2020).

Steuerregeln wieder in Übereinstimmung mit den buchhalterischen Regeln

Die Reform der Körperschaftssteuer beendet die unterschiedliche buchhalterische und steuerliche Behandlung von im Voraus bezahlten Ausgaben in der Körperschaftssteuer. Auch steuerlich wird ab Veranlagungsjahr 2019 (für Geschäftsjahre, die am 1. Januar 2018 beginnen) das Matching Principle angewandt. Der Gesetzgeber hat einen neuen Artikel in den Königlichen Erlass/das Einkommenssteuergesetzbuch 1992 eingefügt. Darin steht, dass Ausgaben, die sich zum Teil auf einen zukünftigen Steuerzeitraum beziehen, in dem Steuerzeitraum, in dem sie bezahlt wurden, und in den folgenden Steuerzeiträumen im Verhältnis zu dem Teil dieser Ausgaben, der sich auf den steuerpflichtigen Zeitraum bezieht, als Werbungskosten absetzbar sind.

Was bedeutet das konkret? Angenommen, dass ein Unternehmen 10.000 Euro im Jahr 2018 für Dienstleistungen ausgibt, die zur Hälfte im Jahr 2018 und zur Hälfte im Jahr 2019 erbracht werden. Das Unternehmen wird dann 5.000 Euro im Veranlagungsjahr 2019 (für das Geschäftsjahr 2018) und zur Hälfte im Veranlagungsjahr 2020 (für Geschäftsjahr 2019) absetzen dürfen. Das Unternehmen darf also nicht länger die 10.000 Euro auf einmal im Veranlagungsjahr 2019 absetzen.

Um welche Ausgaben handelt es sich eigentlich?

Es handelt sich meistens um Ausgaben, die sich auf einen Zeitraum beziehen, der nicht mit dem Geschäftsjahr zusammenfällt:

Zinsen.

Abonnements.

Versicherungsprämien.

Kfz.-Steuern.

Mietbeträge.

Bei der Personensteuer bleibt alles beim Alten

Die neuen Regeln gelten nur für die Körperschaftssteuer. Bei der Personensteuer können Ausgaben noch immer vollständig in dem Jahr abgesetzt werden, in dem sie anfallen, auch wenn sie sich auf einen anderen Steuerzeitraum beziehen.