Steuerermäßigung für Starter und Wachstumsbetriebe: erst etwas mehr, dann wieder etwas weniger

Seit 2016 kann Ihnen eine Steuerermäßigung gewährt werden, wenn Sie in ein neugegründetes Unternehmen investieren. Und seit 2018 gibt es eine nahezu identische Steuerermäßigung für sogenannte Wachstumsbetriebe. Eine Lockerung, die 2018 eingeführt wurde, wurde allerdings vor Kurzem wieder teilweise zurückgenommen.

Die Steuerermäßigung für Starter und Wachstumsbetriebe

Wenn Sie neue Anteile eines neugegründeten Unternehmens erwerben (direkt, über Crowdfunding oder ein Finanzierungsvehikel), können Sie dafür eine Steuerermäßigung erhalten. Diese Ermäßigung beträgt 25 % auf den investierten Betrag (oder 100.000 EUR, wenn Sie mehr investiert haben).

Eine ähnliche Steuerermäßigung erhalten Sie für Ihre Investition in einen Wachstumsbetrieb. Wir sprechen von einem Wachstumsbetrieb, wenn der Jahresumsatz des Unternehmens in den letzten beiden Veranlagungsjahren mindestens um durchschnittlich 10 % pro Veranlagungsjahr gestiegen ist oder wenn die Beschäftigung dort in den letzten beiden Veranlagungsjahren mindestens um durchschnittlich 10 % pro Veranlagungsjahr gestiegen ist. Ebenso wie bei den Startern beträgt die Steuerermäßigung 25 % des investierten Betrags (oder 100.000 EUR, wenn Sie mehr investiert haben).

Es gelten noch einige weitere Bedingungen, aber hier möchten wir kurz auf einen Ausschluss hinweisen, nämlich den für Unternehmensleiter, Verwalter und Geschäftsführer.

Unternehmensleiter werden teilweise ausgeschlossen

Anfangs waren die Unternehmensleiter des betroffenen Unternehmens ausgeschlossen. Bei der Einführung der Steuerermäßigung für Wachstumsbetriebe im Jahr 2018 wurde dieser Ausschluss korrigiert. Unternehmensleiter sind nicht mehr von der Ermäßigung ausgeschlossen (sowohl diejenigen in Wachstumsbetrieben als auch diejenigen eines Starters), wenn sie zum Zeitpunkt der Kapitaleinlage noch keine Unternehmensleiter waren.

Aber im Jahr 2019 wird diese Ausnahme doch wieder leicht eingeschränkt. Der Unternehmensleiter ist ab dem Veranlagungsjahr 2020 von den Ermäßigungen ausgeschlossen, außer wenn er

a) zum Zeitpunkt der Kapitaleinlage kein Unternehmensleiter war; und

b) während der 48 Monate, die auf die vollständige Einzahlung der Anteile folgen, unbezahlter Unternehmensleiter ist.

Wenn letztere Bedingung nicht erfüllt wird, wird die Steuerermäßigung im Verhältnis zur Anzahl der noch zu verbleibenden Monate zurückgenommen.

Feste Vertreter und andere Gesellschaften

Die Regeln gelten auch für „feste Vertreter“. Was ist ein fester Vertreter? Wenn der Verwalter, Geschäftsführer ... einer Gesellschaft eine andere Gesellschaft ist, muss in letzterer eine natürliche Person bestimmt werden, die den Auftrag effektiv und körperlich anwesend ausführen wird. Dieser „feste Vertreter“ trägt dieselbe Verantwortung, als ob er selbst effektiver Verwalter wäre. Der feste Vertreter kann die Steuerermäßigung nicht nutzen, es sei denn, er erfüllt die beiden obenerwähnten Bedingungen.