Körperschaftssteuer: Vorauszahlungen zu Coronazeiten

Eine der steuerlichen Coronamaßnahmen, die das ganze Jahr im Auge behalten werden müssen, wurde am 3. April bekanntgemacht: die Vorauszahlungen für Gesellschaften. Um Ihre Liquiditätenposition in den Monaten März bis Mai/Juni zu schützen, wurde der Vorteil bezüglich der Vorauszahlungen der beiden letzten Quartal erhöht.

Die Regeln der Körperschaftssteuer

Belgische Gesellschaften, die der Körperschaftssteuer unterworfen sind, und ausländische Gesellschaften, die der Steuer für Nicht-Einwohner unterworfen sind und sich mit einem gewinneinbringenden Betrieb oder dergleichen Handlungen beschäftigen, müssen ihre Steuern mittels Vorauszahlungen entrichten.

Tun sie dies nicht, wird die von ihnen geschuldete Steuer erhöht. Es ist kein Bußgeld und auch keine Strafe, sondern der Preis, den die Gesellschaft zahlen muss, weil sie die geschuldete Körperschaftssteuer länger für sich zurückbehalten hat.

Die Berechnungsgrundlage der Steuererhöhung entspricht 102 % der Steuer, die auf die für eine Steuererhöhung in Frage kommenden Einkünfte erhoben wird. Quellensteuer und sonstige verrechenbare Komponenten dieser Einkünfte werden hierbei berücksichtigt.

Für das Veranlagungsjahr 2021 (Einkünfte 2020) entspricht der Steuersatz 6,75%.

Wenn die Gesellschaft vorauszahlt, erhält sie dafür einen Vorteil, der von dem Datum abhängig ist, an dem die Geldmittel überwiesen wurden. Für eine Gesellschaft, deren Geschäftsjahr dem Kalenderjahr entspricht, lautet der Vorteil der Vorauszahlung für das Veranlagungsjahr 2021 - Einkommen 2020 - folgendermaßen:

Betrag der ersten Vorauszahlung (VA1) x 9,00%
Betrag der zweiten Vorauszahlung (VA2) x 7,50%
Betrag der dritten Vorauszahlung (VA3) x 6,00%
Betrag der vierten Vorauszahlung (VA4) x 4,50%

Eine Gesellschaft, die zuviel vorauszahlt, kann im Gegensatz zu Selbständigen keinen Steuervorteil in Anspruch nehmen.

Ein Beispiel

Wenn Sie 50.000 Euro Steuern für das Veranlagungsjahr 2021 zahlen müssen, beträgt die Steuererhöhung 6,75% auf 51.000 Euro, d.h. 3.442,50 Euro. Wenn Sie 2020 jedes Quartal ein Viertel von 51.000 Euro (=12.750 Euro) zahlen, beläuft der Vorteil der Steuervorauszahlung sich auf genau 3.442,50 Euro.

(VA1) 12.750 Euro x 9,00% = 1147,50 Euro
(VA2) 12.750 Euro x 7,50% = 956,25 Euro
(VA3) 12.750 Euro x 6,00% = 765, 00 Euro
(VA4) 12.750 Euro x 4,50% = 573,75 Euro
Summe = 3.442,50 Euro

Sie merken es: Wenn Sie im ersten Quartal weniger als 12.750 Euro zahlen, müssen Sie relativ mehr vorauszahlen in den darauffolgenden Quartalen, um den gleichen Vorteil zu erreichen.
Nehmen wir an, dass Sie lediglich 10.000 in VA1 vorauszahlen, beträgt Ihr Vorteil 900 Euro, aber es fehlen Ihnen eigentlich bereits 247,50 Euro. Um einen Vorteil in Höhe von 247,50 Euro zu erreichen, müssen Sie in VA2 3.300 Euro mehr vorauszahlen, in VA3 4.125 Euro und in VA4 sogar 5.500 Euro mehr.
Sie sehen also: Sie zahlen in VA1 2.750 Euro zu wenig, zahlen diese in VA4 hinzu... Sie werden also, wenngleich Sie insgesamt 51.000 Euro vorausgezahlt haben, dennoch eine Steuererhöhung erhalten, weil diese 2.750 von VA 1 im Grunde zu spät überwiesen wurden.

Änderung der Sätze infolge COVID-19

Anfang April beschloss die Regierung, die Sätze der Vorteile der Vorauszahlungen der dritten und vierten Fälligkeit (die 2020 auf den 12. Oktober und den 21. Dezember 2020 fallen) für diejenigen Gesellschaften, die infolge der Coronakrise mit Liquiditätsproblemen zu kämpfen haben, zu erhöhen.

Für die dritte Vorauszahlung wird der Prozentsatz von 6,00 % auf 6,75 % erhöht, und für die vierte Vorauszahlung wird der Prozentsatz von 4,50 % auf 5,25 % erhöht.
Die neue Tabelle sieht somit folgendermaßen aus:

Betrag der ersten Vorauszahlung (VA1) x 9,00%
Betrag der zweiten Vorauszahlung (VA2) x 7,50%
Betrag der dritten Vorauszahlung (VA3) x 6,75 (statt 6,00%)
Betrag der vierten Vorauszahlung (VA4) x 5,25 (statt 4,50%)

Wenn Ihre Gesellschaft im April und Juli weniger vorauszahlt, kann dies im Herbst einfacher ausgeglichen werden.

Wir greifen kurz auf das obenstehende Beispiel zurück: Sie zahlen keine 12.750 Euro voraus, sondern 10.000. Sie haben 247,50 Euro Rückstand.
Wenn Sie diesen Rückstand mit einer weiteren Vorauszahlung in VA 3 aufholen wollen, brauchen Sie 3.666,67 Euro (anstelle von 4.125 Euro) und in VA4 4.714,29 Euro (statt 5.500 Euro).

Die Prozentsätze der Erhöhung bleiben unverändert 6,75%, genauso wie die Vorauszahlungstermine.

Bedingung

Die Maßnahme ist für Gesellschaften mit Liquiditätsproblemen bestimmt. Diese Liquiditätsprobleme brauchen nicht nachgewiesen zu werden. Andererseits darf man sich auch nicht so verhalten, als ob man ausreichende Liquiditäten hätte. Daher ist diese Vorzugsmaßnahme nicht möglich, wenn Sie entweder eigene Anteile aufkaufen oder eine Kapitalsenkung vornehmen oder zwischen 12. März 2020 und 31. Dezember 2020 Dividenden zahlen oder gewähren. Wenn die Gesellschaft dies tut, finden die ursprünglichen Prozentsätze Anwendung.

Haben Sie alles verstanden?

Der Lockdown erschwert es noch mehr als früher, den steuerbaren Gewinn der Gesellschaft zu berechnen. Sie kennen natürlich den Schaden der Pandemie für Ihr Unternehmen, doch wie wird es der Wirtschaft und Ihrem Betrieb nach dem Neustart gehen?  Vielleicht gewinnen Sie im Herbst einen Teil zurück, vielleicht alles oder nichts. Da den Vorauszahlungen von Oktober und Dezember ein größeres Gewicht bei der Berechnung des Vorteils der Vorauszahlungen gegeben wird, haben Sie die Möglichkeit, die Kuh noch gerade vom Eis zu ziehen und die entsprechenden Vorauszahlungen zu leisten.